Platt für Pänz
Projekte für Kinder und Jugendliche
Aktuell planen wir verschiedene Projekte für Kinder und Jugendliche, bei denen es darum geht, über regionale Sprache ins Gespräch zu kommen, eigene Spracherfahrungen sichtbar zu machen und sprachliche Vielfalt in der Region kennenzulernen. Dabei interessieren uns sowohl Freizeitformate als auch Projekte, die im schulischen Kontext verankert werden können.
Sie haben Ideen für Veranstaltungen, interessierte Gruppen oder möchten sich an der Projektplanung beteiligen?
Melden Sie sich gerne per Mail an lueck@huus-fuer-os-heematsproch.de!
Berichte über bisherige Projekte
・Schulprojekt “Heematsproch” in der Swistbachschule in Heimerzheim
Wenn Rollschoh plötzlich wieder cool sind
Viertklässler*innen auf Entdeckungstour durch die Heematsproch
25 erstaunte Augenpaare richten sich auf ein Bild alter Rollschuhe. Für die Viertklässler*innen der Swistbachschule in Heimerzheim ist schnell klar: Die sehen viel cooler aus als heutige Inline-Skates! Doch was heißt eigentlich ‚Rollschuh‘ auf Platt? Im Rahmen der Unterrichtsreihe Heematsproch wird lebhaft über rheinische Küche, frühere Spiele und den Wandel des Alltags diskutiert.
An jedem Mittwoch im Juni stand für die Viertklässler*innen der Swistbachschule eine besondere Unterrichtsstunde auf dem Stundenplan: Lisa Felden und Hanna Zimmermann vom Huus für os Heematsproch besuchten nacheinander die Klassen 4a bis 4d.
Ziel der Unterrichtsreihe war es, den regionalen Dialekt erlebbar zu machen und Interesse an der sprachlichen und kulturellen Geschichte der eigenen Heimat zu wecken. Thematisch beschäftigten sich die Klassen mit den Bereichen Namen, Essen, Spiele und Feste. Dabei lernten die rund 100 Kinder unter anderem, dass der typisch rheinländische Familienname Schmitz auf den Beruf des Schmieds zurückgeht oder weshalb die Kinder früher die Herbstferien als Äapelsferie bezeichneten. Auch typische Gerichte wie Murrejemös oder die unterschiedlichen Bezeichnungen für das Krepppapier am Maibaum – etwa Fendele, Bändele oder Lindsche – gehören zu den Themen der Unterrichtsstunden. Ergänzt wurde das Programm durch Kreuzworträtsel und weitere spielerische Aufgaben rund um das Dorfleben – natürlich auf Platt.
Das Interesse der Kinder war groß. Viele berichteten von eigenen Berührungspunkten mit dem Dialekt – häufiger, als zunächst vermutet. Gemeinsam lasen sie fiktive Dialoge über das Mädchen Lina und ihre Großeltern Opa Jupp und Oma Gertrud, die aus ihrem früheren Alltag erzählen. So erfuhren die Schüler*innen beispielsweise, wie Maibäume gesetzt wurden oder warum man bei Rollschuhen regelmäßig die Schrauben nachziehen musste. Ergänzt wurden die Geschichten durch anonymisierte Ausschnitte aus Interviews des Huus für os Heematsproch, sodass die Kinder authentische Sprecher*innen des Dialekts hören konnten.
Die positive Resonanz auf die Unterrichtsreihe führt dazu, dass das Huus für os Heematsproch auch nach den Sommerferien wieder mit der Swistbachschule arbeiten wird. Darüber hinaus steht das Huus für os Heematsprochauch weiterhin für Kooperationen und Anfragen von Schulen, Vereinen und Interessierten offen.
Das Unterrichtsmaterial zur Reihe wird Lehrkräften und Interessierten gerne zur Verfügung gestellt.